Kunst und das allgemein bürgerliche Bewusstsein (6)

Mittwoch 11. Januar 2017 von Martin

Für Produktionsweisen, die auf äußeren Zwang gegenüber den Produzenten, deren Mehrarbeit angeeignet werden soll, basieren, stellt sich die Frage des Bewusstseins der Produzenten anders als für Produktionsweisen, die nicht auf äußeren Zwang beruhen, wie eben der Kapitalismus oder der Sozialismus. In der Antike brauchte der Sklavenbesitzer sich nicht die Frage nach dem Bewusstsein seiner Sachen zu stellen, in dem europäischen und japanischen Mittelalter war das Bewusstsein bereits von größerer Bedeutung und das bildete den Stoff des Christentums bzw. des Buddhismus als moralische Assistenz gegenüber dem Waffenmonopol der Feudalherren. Das Bewusstsein der persönlichen Abhängigkeit und Unterordnung wurde durch die tatsächliche Unterordnung reproduziert, aber weit schwächer als die Reproduktion des Bewusstseins der Warengleichheit und Warenfreiheit im kapitalistischen Produktionsprozess.

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Entfremdung, positiv formuliert

Sonntag 8. Januar 2017 von Martin

Der Begriff “Entfremdung” ist überaus fruchtbar, weil geradezu intuitiv erfassbar. Aber wer etwas genauer hinsieht, wird bald merken, dass es leichter ist, etwas als “dem Menschen fremd” zu definieren, als das zu bestimmen, von was weg die Entfremdung losgeht. Was ist also nicht dem eigentlichen Menschen fremd?

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Die gute alte Zeit

Freitag 6. Januar 2017 von Martin

Wären die Menschen frei – nicht von der Gesellschaft, weil die Menschen ohne Gesellschaft nicht denkbar sind – sondern frei von ihrer geschichtlich geprägten Rolle (Stichwort: Produktionsverhältnisse), so fänden sie auch zu der zu ihnen gerade passenden Form, die heute Nostalgiker, Linke wie konservative Kulturkritiker so schmerzlich vermissen.

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Die Last der Klassik

Samstag 31. Dezember 2016 von Martin

Wenn Kunst in einer Warengesellschaft hergestellt wird, prägt diese die Form mit. Zumindest bis zu einem bestimmten Grade. Haben The Beatles Ende der 1960er Jahre ihre klassische Form längst erreicht, trennt sich die Formation. Yoko Ono fungierte hier bloß als Katalysator. Die Trennung ersparte die Peinlichkeit, die eine altgewordene Formation – wie etwa die der The Rolling Stones – zwangsläufig mit sich bringt. Aber die Trennung war auch deswegen gut möglich, weil die bislang hergestellten Kunst-Produkte finanziell genug einbrachten. Dennoch ist hier der Künstler von seiner sozialen Stellung her Kleinbürger. Anders die Stellung von Matt Groening und den anderen Machern der Kultserie Die Simpsons. Sie sind weit mehr Angestellte der Industrie, in diesem Fall von Fox. Und deswegen können sie leider nicht Schluss machen, auch wenn der Zenit der Folge bereits längst überschritten ist. Hier ist gerade der große Erfolg als Ware das Hindernis für weitere Qualität als Kunst.

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Vor 200 Jahren

Sonntag 18. Dezember 2016 von Martin

Vor 200 Jahren, also 1816, komponierte Beethoven die Nr. 28 seiner Klaviersonaten. Dieses Opus 101 markiert den Beginn des Spätwerks Beethovens. Das Spätwerk Beethovens gab der Musik- und Kulturgeschichte Rätsel auf, denn außer der darin zum Trage kommenden Verinnerlichung verbindet dieser Werkabschnitt nichts mit der auf die Klassik folgenden Romantik. Die Verinnerlichung der Romantik ist indes bereits selbst Form und als Inhalt nur eine Anekdote. Bei dem nun taub werdenden Meister ist die Verinnerlichung nicht Anekdote, nicht Augenzwinkern, nicht Subtext, sondern Haltung, die zum Ausdruck kommt.

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Das allgemein bürgerliche Bewusstsein (5)

Samstag 3. Dezember 2016 von Martin

Der Austausch zwischen Ware Arbeitskraft und vergegenständlichter Arbeit (hier in Form von Lohn):

„Das lebendige Arbeitsvermögen gehört sich selbst an und disponiert durch den Austausch über seine eigne Kraftäußerung. Beide Seiten stehn sich als Personen gegenüber. Formell ist ihr Verhältnis das gleiche und freie von Austauschenden überhaupt. Daß diese Form Schein ist und täuschender Schein, erscheint, soweit das juristische Verhältnis betrachtet wird, als außerhalb desselben fallend.“ (Grundrisse, 377)

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Das allgemein bürgerliche Bewusstsein (4)

Donnerstag 1. Dezember 2016 von Martin

Das Bewusstsein ist nicht bloß eine Illusion, sondern basiert auf den realen Produktionsverhältnissen:

“Die wesentlichen Bedingungen sind in dem Verhältnis, wie es ursprünglich erscheint, selbst gesetzt: 1. auf der einen Seite das Vorhandensein des lebendigen Arbeitsvermögens als bloß subjektiver Existenz, getrennt von den Momenten seiner objektiven Wirklichkeit;

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Das allgemein bürgerliche Bewusstsein (3)

Dienstag 29. November 2016 von Martin

Das allgemeine bürgerliche Bewusstsein basiert auf dem Produktionsverhältnis, nicht auf der Produktionsweise; auf den Austauschprozess, nicht auf den Produktionsprozess. So ungefähr, grob gesprochen. Zuerst scheint es auf gleicher Augenhöhe zuzugehen: Das Kapital zahlt den Lohn, der Lohn ist der Preis der Ware Arbeitskraft. Zwei Vertragspartner, miteinander ins Geschäft kommen. Dem entspricht das allgemein bürgerliche Bewusstsein.

Freilich, wir wissen: Auch wenn der Lohn dem Wert der Ware Arbeitskraft entspricht, der Arbeiter also nicht geprellt wird, ausgebeutet wird er dennoch, da er mehr arbeitet, als die Reproduktion seiner eigenen Arbeitskraft. Er schafft ein Mehrprodukt, das sich das Kapital ohne Gegenleistung aneignet. Soweit die Kritik am allgemein bürgerlichen Bewusstsein.

Aber die ist unvollständig.

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Das allgemein bürgerliche Bewusstsein (2)

Mittwoch 26. Oktober 2016 von Martin

Das allgemein bürgerliche Bewusstsein fußt einerseits auf die Tatsache, dass die Menschen ihre Arbeitskraft zu deren Wert verkaufen (können) und im Tausch Arbeitskraft gegen Lohn als freie Warenverkäufer auftreten.

Aber die Bedingung für den Schein der Gleichberechtigung gegenüber dem Kapital ist andererseits die Fremdheit der und von der eigenen Arbeit.

“(…) die lebendige Arbeit selbst erscheint als fremd gegenüber dem lebendigen Arbeitsvermögen” (Grundrisse 375)

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Tolstoi und das Wetter – eine Linie zum Realismus

Mittwoch 28. September 2016 von Martin

Der Realismus nach 1848 ist jene Strömung innerhalb der Literatur, die auf die Romantik folgte und das Bewusstsein der Bourgeoise ohne Weltveränderungsauftrag widerspiegelt. Hier ist der Industrielle einfach er selbst, nach dem Geldverdienen folgt die Herzensbildung. Aber jede Periodisierung verkürzt die zahlreichen komplexen Bezüge. So fanden sich höchst geniale Vorläufer zum Realismus in der französischen Portraitmalerei des späten 18. Jahrhunderts. Und umgekehrt fokussiert sich der Realismus der 1860er Jahre … auf die russische Literatur!

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Das allgemein bürgerliche Bewusstsein (1)

Dienstag 27. September 2016 von Martin

Das bürgerliche Bewusstsein innerhalb der Arbeiterklasse ist keineswegs die Folge einer sinisteren Verschwörung oder der Allmacht der Medien a la George Orwells Brave New World. Das Bewusstsein ist Folge der kapitalistischen Produktionsweise und Produktionsverhältnissen. Indem die Arbeiter ihre Arbeitskraft verkaufen, treten sie als vorgeblich unabhängige Warenbesitzer auf dem Markt. Und da die Aneignung des von ihnen geschaffenen Mehrwerts auch stattfinden kann, wenn der Preis der Ware Arbeitskraft gerecht und richtig ist, also ihrem Wert entspricht, steht der Legitimität des Wertgesetzes im Bewusstsein aller Beteiligten nichts mehr im Wege.

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Vor 100 Jahren: Dubliner Osteraufstand

Montag 26. September 2016 von Martin

By Copyright © 2006 Kaihsu Tai (Copyright © 2006 Kaihsu Tai) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

links: Hauptpostamt Dublin, By Copyright © 2006 Kaihsu Tai (Copyright © 2006 Kaihsu Tai) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)

rechts: Hinrichtungsstätte – hier wurde James Connolly erschossen, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kilmainham_Gaol_-_place_of_execution.JPG

Vor ziemlich genau einem halben Jahr und einem ganzen Jahrhundert fand der Osteraufstand in Dublin, Irland, statt. Im Zentrum stand das Hauptpostamt von Dublin, in dem James Connolly von der Irish Citizen Army am Ostermontag sein Hauptquartier aufschlug und das bereits am Freitag, dem 5. Tag des Aufstands, von den Briten in Brand gebombt wurde. Connolly und so gut wie alle anderen Führer des Aufstandes wurden von den Briten einem geheimen Regierungsbefehl aus London folgend sofort erschossen. Der Aufstand wurde rasch niedergeschlagen, schuf aber die Grundlage von dem – für die Iren erfolgreichen – Unabhängigkeitskrieg 1919-1921.

Interessant ist nun, dass einige Vorgänge des sogenannten „Arabischen Frühlings“ an den Kampf der Iren um Selbstbestimmung erinnert:

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Heinrich Heines Haie

Freitag 9. September 2016 von Martin

Heinrich Heine (1797-1856) repräsentiert wohl das Modernste, was Deutschlands Dichterzunft im gesamten 19. Jahrhundert hervorbracht hat. Ja, Heine nahm in der Belletristik einiges des 20. Jahrhunderts, vor allem der Periode nach 1945, vorweg. In dieser Periode geht die Belletristik – der hohen Literatur wie auch der besseren Massenware – so: Zuerst wird der Leser / die Leserin in eine eigene Welt entführt, die zwar neu und singulär ist, aber nach einer Schreibtechnik und Plot-Dramaturgie, die zu der Bestätigung führt: Ja, ich verstehe, wie ich hier sachte in die Handlung und in die fiktive Welt geführt werde. Hier ist der Romancier gefragt bzw. die Kompetenz des Romaciers. Kaum hat es sich der Leser / die Leserin gedanklich in der fiktiven Welt zurechtgefunden und wohlig eingelebt … kommt die Entfremdung, eine Wendung, die den Leser / die Leserin wieder aufrüttelt, ja sogar erschüttert, Fragen statt Antworten provoziert. Als dritten Teil dieser Dramaturgie kann der Autor / die Autorin nun eine Antwort nahelegen oder auch nicht. Aber das ist bereits beliebig – wichtig sind die beiden vorhergehenden Schritte und nach diesem Muster wurde nach 1945 Dutzendware produziert.

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Privatheit und Individuum in der Kunst

Dienstag 9. August 2016 von Martin

Die Betrachtung der Kunst als gesellschaftliches bzw. historisches Phänomen spaltet sich auf in das Thema Kunstproduktion und Kunstkonsumtion. Beide Prozesse können auseinanderfallen. Als das junge Bürgertum im 19. Jahrhundert sich der antiken Kunst zuwandte, die Nationalmuseen entstanden und mit Raubgütern aus dem Mittelmeerraum gefüllt wurden, entdeckte es in und durch die Kunst seine Individualität. Die Kunst rührte somit an dem Privatsein. Der Konsument des bürgerlichen Zeitalters ist überhaupt nur als Privatperson denkbar, auch wenn die Konsumtion in einer Masse, wie etwa bei einem Konzert, stattfindet. In diesem Fall handelt es sich um eine abgesprochene Allianz unzähliger Privatpersonen. Aber die alte und selbst die mittelalterliche Kunst entstanden überhaupt nicht aus der Hand von Privatpersonen, höchstens von Individuen, meist organisiert in Gilden („Werkstätten“). Die Privatheit ist ja überhaupt erst das Produkt der Warengesellschaft, respektive des Lohnarbeitsverhältnis. Erst hier treten Kapital und Arbeiter unpersönlich gegenüber, sie verhandeln am Markt den Preis der Ware Arbeitskraft aus. Auch wenn im Produktionsprozess sich die Arbeiter dem Kapital völlig unterordnen müssen und es mit der Freiheit des Warenbesitzes vorbei ist, so ist der Arbeiter mit Dienstende vorübergehend befreit von der Beziehung zum Arbeitgeber – jetzt ist er „privat“. Und wechselt er seinen Arbeitgeber, ist er zwar noch immer Teil seiner Klasse, tritt aber doch wieder in der Rolle der Privatperson auf, die etwas zu verkaufen hat – ihre Arbeitskraft.

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Wallanders blaße Erben

Samstag 16. Juli 2016 von Martin

Sommer- und Urlaubszeit ist auch immer Krimizeit. Mankells Wallander hatte in den 1990er Jahren der Figur des Kriminalbeamten eine neue Qualität verschafft: Er wurde menschlich. Seit Wallander hat jeder Kommissar und jeder Inspektor, der etwas auf sich hält, ein zeitgemäß kaputtes Familienleben: erwachsene Kinder, die vom rechten Pfad abgekommen sind oder zumindest die Ruinen eines Familie, die den Kriminalbemamten beschäftigen und die dieser zu einer Sinnkrise nützt. Der rationale deus ex machina der Polizei wurde in Skandinavien dreidimensional – sogar plastischer als Peter Falks Columbo aus Los Angeles. Der neue Kriminaler macht Fehler, zweifelt, ist unsicher, tastet sich vor, hat keinen Masterplan. Und: Er ist von seinem Team abhängig, auch wenn er als Persönlichkeit wie bisher ein Eigenbrödler ist: Ohne Team geht nichts, auch das ist in der Krimiszene eine Errungenschaft. Weder Maigret noch Derrick hatten mit diesen heutzutage realistischen Umständen zu kämpfen.

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Leon Trotzki und die Dialektik des Bewusstseins

Sonntag 1. Mai 2016 von Martin

Die spezifische Qualität von Trotzkis Herangehensweise bestand darin, dass dieser die Entwicklung des Klassenbewusstseins nicht als einen mechanischen Vorgang des „Hineintragens“ von „sozialistischen Bewusstsein“ in die Arbeiterklasse verstand. Denn mit dieser einseitigen Vorstellung erhebt sich sofort die Frage, wer denn hineinträgt und wie viel dabei beim Tragen verschüttet wird. Lenins Buch „Was tun?“ war in Wirklichkeit eine Polemik gegen den Ökonomismus und nicht etwas, was vermeintliche Nachfolger Lenins ein Hundert Jahre lang als Blaupause mit Erfolg verwenden konnten.

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Geniale Malerinnen (2)

Mittwoch 20. April 2016 von Martin

Paula Modersohn-Becker

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Das Elend der TTIP-Gegnerschaft (3)

Montag 11. April 2016 von Martin

“Die Frage über Freihandel und Zollschutz bewegt sich gänzlich innerhalb der Grenzen des heutigen Systems der kapitalistischen Produktion und hat deshalb kein direktes Interesse für Sozialisten, die die Beseitigung dieses Systems verlangen. Sie interessiert sie aber indirekt so weit, als sie dem jetzigen Produktionssystem eine möglichst freie Entfaltung und möglichst rasche Ausdehnung wünschen müssen; denn damit wird es auch seine notwendigen ökonomischen Folgen entfalten: (…) kurz, Verrennung der Gesellschaft in eine Sackgasse, aus der kein Entkommen möglich ist, außer durch eine vollständige Umgestaltung der der Gesellschaft zugrunde liegenden ökonomischen Struktur. Von diesem Standpunkt aus erklärte sich Marx vor vierzig Jahren im Prinzip für den Freihandel als für den geraderen Weg, also denjenigen, der die kapitalistische Gesellschaft am raschesten in diese Sackgasse führen wird.”1

1Friedrich Engels, Schutzzoll und Freihandel,1888, MEW 21, Seite 374.

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Kant und Marx?

Montag 28. März 2016 von Martin

Ulrich Ruschig, Kant und Marx, 2004 (https://www.uni-oldenburg.de/fileadmin/user_upload/philosophie/download/Kant+MarxII.pdf)

Ruschig stellt den kategorischen Imperativ in eine Linie mit dem Marxschen Begriff der Entfremdung, was der Sache nach nicht unlogisch ist. Ruschig zitiert dazu zwei Passagen:

Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, ,MEW 1, Seite 385 und Karl Marx, Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band, ,MEW 25, Seite 828.

Es gibt noch eine ganze Reihe von anderen Passagen bei Marx, die den Entfremdungs-Begriff in die Nähe des kategorischen Imperativs…

„Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst”[1]

… rücken lassen:

„Indem die entfremdete Arbeit dem Menschen Natur entfremdet, (…) sich selbst, seine eigne tätige Funktion, seine Lebenstätigkeit, so entfremdet sie dem Menschen die Gattung; sie macht ihm das Gattungsleben zum Mittel des individuellen Lebens.“[2]

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Das Elend der TTIP-Gegenerschaft (2)

Mittwoch 16. März 2016 von Martin

Die Presse:

Trumps Siegeszug: Deutsche Wirtschaft fürchtet um TTIP

Da sehen wir, welche Kräfte ins Boot des Protektionismus steigen …

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